Warum Executive Search in der Energiewirtschaft scheitert - und was dagegen hilft

Besetzung von Führungskräften in der Energiewirtschaft ist kein Standardprozess. Wer das unterschätzt, zahlt — in Form von Fehlbesetzungen, langen Vakanzen und Reibungsverlusten, die weit in die Organisation ausstrahlen.

Die meisten Scheiternsfälle folgen einem von drei Mustern.

Muster 1: Branchenfremde Kandidaten unterschätzen die Regulierungsrealität

Ein Geschäftsführer, der aus dem produzierenden Gewerbe kommt, bringt oft solide Führungserfahrung mit — aber keine Vorstellung davon, was es bedeutet, gleichzeitig Konzessionsinhaber, Netzbetreiber, Stakeholder einer Kommune und regulierter Versorger zu sein. Die Komplexität kommunaler Gremienstrukturen, die Anforderungen aus EnWG und BDEW-Regularien, der Umgang mit politischen Eigentümern — das ist erlernbar, aber nicht in den ersten sechs Monaten. In einer Schlüsselrolle ist das zu teuer.

Muster 2: Profile werden nach Lebenslauf statt nach Kontext bewertet

Was auf dem Papier identisch aussieht, ist in der Realität grundlegend verschieden: Ein Vertriebsleiter bei einem überregionalen Energieversorger operiert in vollständig anderen Strukturen als sein Pendant bei einem kommunalen Stadtwerk mit 40.000 Haushalten. Wer diesen Unterschied nicht aus eigener Erfahrung kennt, kann ihn nicht verlässlich einschätzen.

Muster 3: Kandidatenmärkte werden falsch gelesen

Die relevanten Führungskräfte in der kommunalen Energiewirtschaft sind selten aktiv auf Stellensuche. Sie sind in Mandaten, in Gremien, im operativen Betrieb. Klassische Ausschreibungen erreichen sie nicht — oder zu spät. Direktansprache über ein funktionierendes Netzwerk ist in diesem Marktsegment nicht Option, sondern Voraussetzung.

Ich habe selbst über sieben Jahre operative Führungsverantwortung in einer Stadtwerke-Gruppe übernommen — als Geschäftsführer, als Prokurist, beim Greenfield-Aufbau eines rekommunalisierten Versorgungsunternehmens. Diese Erfahrung fließt direkt in die Beurteilung von Kandidaten ein: nicht als theoretisches Kontextwissen, sondern als gelebte Praxis.

Executive Search für die Energiewirtschaft braucht jemanden, der die Rollen, die er besetzt, selbst ausgefüllt hat. Alles andere ist ein kalkuliertes Risiko — das Stadtwerke und Kommunen sich im aktuellen Transformationsdruck nicht leisten sollten.

Kontakt & Projektanfrage:

Daniel Georg
Unternehmens- & Personalberatung Energiewirtschaft
Partner Steinbach & Partner | Leiter Competence Center Energy & Utilities

Email: daniel.georg@steinbach-partner.com
Telefon : +49 171 99 2 66 49

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Organisationsentwicklung bei Stadtwerken: Was in Strategiepapieren steht - und was in der Realität zählt

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Die erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung: Der unterschätzte Engpass bei Stadtwerken